Mrz 10, 2017 - 0 Comments - Lebensstil -

Fastenzeit: Saftkur im Selbstexperiment

Jedes Jahr zur Fastenzeit versuche ich mich bewusst zu ernähren und auf bestimmte Dinge zu verzichten. Dieses Jahr wollte ich es mal mit einer Saftkur probieren, allerdings keine 40 Tage, sondern beschränkt auf drei Tage an einem freien Wochenende. Heute möchte ich euch berichten, wie es für mich lief und ob sich das Ganze gelohnt hat. Zunächst einmal möchte ich aber die Frage klären, warum Menschen überhaupt eine Saftkur einlegen und was diese bewirken soll.

 

Warum überhaupt eine Saftkur?

Säfte sind basisch und entsäuern, sie können vitalisieren, entgiften und heilen. Eine Saftkur ist die Gelegenheit vollkommen neue Obst- und Gemüsevariationen kennen zu lernen und bewusst zu geniesen. Säfte beliefern uns mit wertvollen Vitalstoffen, Enzymen und Antioxidantien, sie helfen Übergewicht abzubauen, regen den Stoffwechsel an und leiten Entgiftungsprozesse ein. Da eine Saftkur allerdings auch zu den radikalsten Diäten schlechthin zählt, gehen die Meinungen hier weit auseinander.

Zeit also, das Ganze einfach mal selbst zu testen und zu sehen, wie ich mich dabei fühle. Ich war gespannt, ob die Kur für mich tatsächlich Erholung versprechen oder zur Höllenqual werden würde.

 

Die Vorbereitung

Denkbar schlecht ist es, vor der Kur nochmal eine „Henkersmahlzeit“ zu sich nehmen zu wollen. Besser man bereitet sich bereits einige Tage zuvor mit leichter Kost, wie Suppen darauf vor. Da ich gerade in der Winterzeit sehr gerne abends nur mal eine warme Suppe aß, fiel mir diese Umstellung nicht schwer und ich freute mich bereits Tage zuvor auf mein kleines Experiment. Da ich wie bereits erwähnt, schon seit Jahren in der vierzigtägigen Fastenzeit neue Ernährungsweisen ausprobierte erschienen mir drei Tage zunächst auch kein langer Zeitraum. In diversen Onlinetagebüchern zu Saftkuren laß ich, dass man die Kur auf jeden Fall in einem freien Zeitraum, wie im Urlaub oder am Wochenende durchführen sollte. Dies machte für mich Sinn, da ich mich zum einen ja erholen wollte und zum anderen auch noch nicht wusste, wie sich die flüssige Nahrung auf meine Konzentration auswirken würde. Erlaubt waren die Obst- und Gemüsesäfte, jede Menge Wasser und Teesorten wie Früchte- oder grüner Tee. Kaffee war damit tabu und so wollte ich mich auch schon Tage zuvor darauf einstellen, indem ich auf Kaffee verzichtete. Von meinem Kaffeeentzug bekam ich gleich mal erste Kopfschmerzen, die sich aber nach der ersten Zeit zum Glück wieder einstellten. Auch Schokolade und andere Süßigkeiten wurden in der Vorbereitungsphase bereits gestrichen, um mich möglichst gut auf die Umstellung vorzubereiten. Vermutlich waren all die Vorbereitungen bereits Ansporn genug, die Saftkur wirklich durchzuziehen. Schließlich wollte ich nicht, dass mein Kaffee- und Schokoladenverzicht umsonst gewesen sein sollte.

 

Meine Einkaufsliste

Im Internet gibt es diverse Pakete mit vielen Varianten an Obst- und Gemüsesäften, die dem Körper mit Ihrer Vielfalt genau die Vitamine und Nährstoffe zurückgeben wollen, die ihm bisher fehlten und eine Rundumerneuerung versprechen. Eine Saftkur beinhaltet mehr als nur Apfel- und Orangensaft, auch Gemüsesäfte wie Karotten-, Selerie-, Rote-Beete- oder Löwenzahnsaft spielen eine Rolle. Die meisten Anbieter liefern 6 Flaschen à 500ml für jeweils drei bis sechs Tage. Ich wollte mir meine Säfte allerdings selbst frisch zubereiten, Rezepte dazu gab es im Internet zu Haufen und da ich selbst sehr gerne koche, wollte ich nicht, dass mir dieser Teil in meinem Tagesablauf fehlte und zumindest die Säfte selbst zubereiten. Meine liebsten Säfte der vergangenen Tage möchte ich euch am Ende noch als Rezept mitgeben, am besten hat mir der Saft mit Mandeln, Joghurt und Rosinen geschmeckt, mit den Gemüsesäften muss ich ehrlich sagen, konnte ich mich nicht so wirklich anfreunden. Um euch einen Gesamtüberblick über meine Einkäufe zu geben, hier eine Liste meiner Besorgungen:

  1. 5 Bananen
  2. 2 Birnen
  3. 4 Kiwis
  4. 2 Avocados
  5. 3 Tomaten
  6. ein Bund Karotten
  7. Rucula
  8. Feldsalat
  9. Zitronen
  10. 500g Joghurt
  11. 200g gemahlene Mandeln
  12. 200g Rosinen
  13. Nüsse
  14. eine Gurke
  15. 2 rote Beete
  16. eine Mango
  17. frische Minze
  18. Petersilie
  19. Basilikum
  20. Sauerkirschen
  21. TK Himbeeren
  22. TK Waldbeeren
  23. Heidelbeeren
  24. Orangen
  25. Äpfel
  26. Traubensaft
  27. Apfelsaft
  28. Tomatensaft
  29. Multivitaminsaft

außerdem:

  1. grüner Tee
  2. Brennesseltee
  3. Sandorn-Erdbeere-Tee
  4. Rotbuschtee
  5. Ingwer
  6. Honig

 

Natürlich gibt es eine Vielzahl weiterer möglicher Zutaten, wie zum Beispiel Petersilienwurzel oder Fenchelknolle, die mit Gemüsebrühe einen tollen Gemüsesaft ergeben oder Erdbeeren, Pflaumen und Kirschen für einen Fruchtsmoothie. Für drei Tage erschien mir die Auswahl aber erst einmal ausreichend und so erstellte ich mir einen genauen Zeitplan zur Einnahme. So wurde morgens der erste der Säfte eingenommen und bis abends im Abstand von etwa 2 Stunden die restlichen 5 Säfte. Empfohlen wird auch, die Säfte langsam einzunehmen und sich Zeit zu lassen.

 

Mein Fazit

Die Saftkur lief insgesamt sehr gut. Viele Leute berichteten, dass sie sich während der Saftkur zu schlapp fühlten, um Sport zu treiben. Bei mir war eher das Gegenteil der Fall: Ich fühlte mich fit und vitalisiert und verspürte mehr Antriebslust als sonst. Am ersten Tag war ich ein wenig müde und konnte mich schlechter konzentrieren als sonst aber das ließ bereits am zweiten Tag nach und ich machte mich zum Joggen in den Stadtpark auf. Auch am dritten Tag wollte ich nicht zu Hause drinnen sitzen, sondern raus an die frische Luft und so unternahm ich eine kleine Tour durch den Wald und genoss dort zwei meiner Säfte. Die Saftkur verlief sogar so gut, dass ich sie um zwei Tage verlängerte, allerdings mit einer Suppe als warme Mahlzeit am Abend. Im Anschluss an die Kur, gewöhnte ich mich langsam wieder an eine normale Ernähnungsweise, verspürte aber viel weniger Lust auf Süßes. Die Kur ist mittlerweile zwei Wochen her und bisher bin ich sehr zufrieden mit meiner Lebensweise. Ich denke, dass ich mindestens über die Fastenzeit noch auf schwere Mahlzeiten und Süßigkeiten verzichten kann, meinen morgendlichen Kaffee kann ich allerdings nicht entbehren.

 

Eine Diät wirkt auf jeden Menschen anders, wenn ihr neugierig geworden seid, probiert es doch einfach selbst aus. Einige meiner Rezepte findet ihr im Anschluss:

Waldbeere-Smoothie

Gemüse-Smoothie

Mango-Ananas-Smoothie

Banenmilch mit Mandeln und Rosinen

Pinker Smoothie mit Drachenfrucht

Avocado-Rucula-Smoothie