Mrz 29, 2015 - 1 Comments - Kunst, Kultur & Film -

Daylight Saving Time: Fragen und Antworten zur Zeitumstellung

bahnhofsuhr zeitumstellung daylight saving time

Alle (Halb-)Jahre wieder: sämtliche Uhren umstellen – dabei fällt einem erst mal wieder auf, wo sich eigentlich überall Uhren befinden und viele behalten auch einfach die alte Zeit, bis zur nächsten Umstellung bei – und dann mindestens eine Woche Einpendeln des eigenen Biorhytmuses. Irgendwie mag ich sie trotzdem, allein wegen ihrer Kuriosität. Zum 35. Jubiläum der Zeitumstellung in Deutschland gibt es einige spannende Fakten und Antworten auf die meist gestellten Fragen.

 

Ob sinnvoll oder nicht: Woher kommt die Idee überhaupt?

Unabhängig voneinander entwickelten George Vernont Hudson 1985 und William Willet 1907 die Idee zur saisonalen Zeitumstellung. Hudson hielt dazu einen Vortrag vor der Royal Society of New Seeland und wurde zunächst dafür belächelt. In Christchurch wurde sein Vortrag jedoch länger diskutiert, sodass er diesen ausführlicher erläuterte. Der Vorschlag zur Zeitumstellung wurde auch mehrfach in einen Gesetzesentwurf eingebracht, jedoch nicht von der britischen Regierung eingeführt.

 

35 Jahre Jubiläum – doch bereits vor 1980 gab es die Zeitumstellung

Erstmals eingeführt wurde die Zeitumstellung am 30. April 1916 im Deutschen Reich und Österreich-Ungarn und noch im selben Jahr im Vereinigten Königreich von Großbritanien und Irland. Während den Kriegen gab es dann immer mal wieder verschiedene Sommerzeitregelungen. Zwischen 1950 und 1979 gab es keine Sommerzeit. 1980 wollte man sich dann der Zeit der westlichen Nachbarländer anpassen, die bereits 1977 die Sommerzeit einführten. Der Entwurf dazu wurde von der BRD bereits 1978 verabschiedet, man konnte sich aber mit der DDR noch nicht einigen und wollte mit der Einführung der Sommerzeit nicht auch noch eine zeitliche Grenze zwischen den beiden Staaten ziehen. Überraschend wollte die DDR dann 1980 doch die Zeitumstellung auf Sommer und Winterzeit einführen und die BRD zog nach. 1996 wurden die unterschiedlichen Sommerzeitenregelungen der Europäischen Union vereinheitlicht. Seit dem wird die Uhr nichtmehr am letzten Sonntag im September, sondern am letzten Sonntag im Oktober auf die Winterzeit umgestellt.

 

Was passiert eigentlich mit Zügen während die Uhr umgestellt wird?

Wird die Uhr von Winter- auf Sommerzeit umgestellt, verkehren die Züge mit einer Stunde Verspätung bis zum Zielbahnhof. Zügen, die dann unterwegs sind, fehlt eine Stunde. Wenn möglich, werden Güterzüge vor der planmäßigen Abfahrtszeit auf die Reise geschickt, so dass sie ihren Zielort nur mit geringer oder auch ohne Verspätung erreichen. S-Bahnzüge, die nur innerhalb dieser Stunde unterwegs wären, fallen aus.

Bei der Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit, ist die Stunde zwischen 2 und 3 Uhr doppelt vorhanden. Züge, die in dieser Stunde unterwegs sind, werden eine Stunde lang angehalten. Dadurch kommt der Zug laut Fahrplan zwar pünktlich an, wer mit diesem Zug fährt, hat durch das Anhalten eine Stunde länger Reisezeit. Es werden allerdings nur Züge angehalten, die eine längere Strecke zurücklegen müssen. Im Stundentakt oder häufiger fahrende Züge, deren planmäßige Abfahrtszeit zwischen zwei und drei Uhr liegt, müssen zweimal abfahren. Dabei werden dann natürlich mehr Züge und Personal benötigt.

 

Und die Fluggesellschaften?

Mit Flugzeugen ist es weitaus unkomplizierter, da sie meist mehrere Zeitzonen durchfliegen und sich nach der Koordinierten Weltzeit (UTC) richten, die von der Zeitumstellung auf Sommer- und Winterzeit nicht betroffen ist. Es verschiebt sich nur die Umrechnung in die jeweilige Ortszeit um eine Stunde.

 

Wie kann ich mir die Umstellung besser merken?

Wann  die Uhr vor-, wann zurückgestellt wird, kann man sich zum Beispiel mit der Eiscafé-Faustregel merken: Im Sommer werden die Stühle vor das Lokal gestellt, im Herbst kommen sie zurück ins Lager. Oder mit dem englischsprachigen Merkspruch: „spring forward, fall back“.

 

Sinnvoll oder nichtsinnvoll?

Darüber lässt sich streiten. Die meisten Deutschen wünschen sich die Abschaffung der Zeitumstellung. In einem kurzen Beitrag zeigte John Oliver, ein Satiriker des US-Senders HBO kürzlich die Sinnlosigkeit der Umstellung: