Dez 17, 2014 - 4 Comments - Meinungsmacher -

Blogparade: Datenschutz interessiert keine Sau?

datenschutz

Was Facebook, Google & Co. mit unseren Daten anstellen und dass die Nutzung sozialer Netzwerke nie für umsonst war, dürfte langsam jedem klar sein. Ich behaupte unser Verhalten dem gegenüber hat sich dennoch nicht geändert. Jedenfalls nicht, wenn ich mich in meinen Kreisen so umhöre.

 

Nichtnutzung bedeutet meist einfach nur die vollkommene Isolation.

Soziale Netzwerke und Messenger aufgrund des NSA-Skandals gar nicht mehr zu nutzen, ist so gut wie ausgeschlossen. In der Vergangenheit deaktivierte ich regelmäßig meinen Facebook-Account in der Hoffnung ein Zeichen setzen und mein digitales Ich einfach löschen zu können. Ich hasste es, meine Freunde permanent an ihren Smartphones kleben zu sehen. Ich hasste es, dass all unsere Daten irgendwo gespeichert werden und permanent abrufbar sind. Ich ahnte, dass es eines Tages unkontrollierbar werden und uns Tag und Nacht überwachen würde. Ich war entschlossen, ich brauchte kein Facebook. Wann immer ich mit meinen Freunden sprechen wollte, ich könnte sie anrufen. Und ich brauchte keine Fotos zu teilen, die sowieso niemanden interessierten, sowie ich mich für die Fotos der anderen nicht interessierte.

Einen Monat später trat ich Facebook wieder bei. Es hatte keinen Sinn gehabt. Es war nicht mehr als die vollkommene Isolation gewesen und der Preis, meine Daten den Netzwerken zu überlassen, schien mir mehr als angemessen, dafür, dass ich „der Gesellschaft wieder beitreten konnte“.

 

Früher ging es um den Eindruck beim Arbeitgeber, heute geht es um soviel mehr.

Dass Google nun immer weiß, wo ich mich gerade aufhalte und Facebook jederzeit Bilder mit meinem Smartphone machen kann, heißt für mich aber nicht, unsensibel mit meinen Daten umzugehen. Ich würde mir beispielsweiße niemals eine App für’s Onlinebanking installieren oder sensible Daten über ein unsicheres Netzwerk versenden. Ich habe heute noch kein Whatsapp, weil prinzipiell jeder Amateur-Hacker meine Nachrichten bei McDonalds mitlesen kann und ich teile auch keine Bilder meiner kleinen Schwester in Facebook, die noch nicht entscheiden kann ob sie eines Tages Kinder- und Babyfotos von sich im Internet wiederfinden möchte.

Soziale Netzwerke sind Fluch und Segen zugleich, wenn man den NSA-Skandel bedenkt, vielleicht mehr Fluch als Segen. Mittlerweilse muss man sich aber auch über das Thema „Social Media“ hinaus Gedanken machen. Was ist mit unseren Kurznachrichten, unseren Telefonaten, unserer Post? Wo hat die Überwachung ihre Grenzen?
Und wenn sie keine Grenzen hat, sollten wir uns welche setzen. Man muss nicht alles gutheißen, was gerade so Mainstream ist.

 

Dieser Artikel ist Teil der Blogparade von Henrik Stamm von mobilethings.de .
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Hier geht’s zur Blogparade „Datenschutz intressiert keine Sau?“

 

4 Kommentare zu Blogparade: Datenschutz interessiert keine Sau?

  1. Thomas

    Hallo Lisa, ich stimme dir bei den meisten Dingen zu, die du über Datenschutz schreibst. Beim Onlinebanking bin ich allerdings anderer Meinung. Ich benutze Onlinebanking seit Beginn der 1990er Jahre (ja das gab’s damals tatsächlich schon) und die einzigen Pannen, die in der ganzen Zeit passierten waren selbstgemacht, also menschliches Versagen, wenn man so sagen will. Ich benutze das Optische ChipTan Verfahren. Da wird nichts auf irgendwelchen onlinefähigen Geräten gespeichert. Und die verschlüsselte Verbindung zu Bank wird meines Wissens auch nicht über die NSA geleitet sondern bleibt im Land.

    VG Thomas

    3 Apr 2015 - Antworten
    • Lisa

      Hallo Thomas,
      auch ich nutze Onlinebanking trotz aller Gefahren, die durch die Möglichkeit eines Hackerangriffs besteht. Das Chip-TAN-Verfahren ist tatsächlich eines der sichersten Verfahren. Durch den Einsatz eines TAN-Generators bleiben alle Informationen zwischen dem Kunden und der Karte und werden beispielsweise nicht auf dem Rechner gespeichert. Solange man seine Karte dann nicht verliert ist dieses Verfahren fast 100-prozentig sicher. Natürlich bildet der Mensch aber in diesem System eine der größten Schwachstellen. Nach einer längeren Sammlung von Informationen des Opfers nutzen viele Hacker dann gerade diese Schwachstelle aus um Personen auf Kunden- oder Dienstleisterseite zu manipulieren. Auch davor sollte man sich schützen und auch mit „harmlosen“ Informationen behutsam umgehen. Bei Onlinebanking via App auf dem Smartphone bin ich nach wie vor sehr vorsichtig.
      Liebe Grüße, Lisa

      5 Apr 2015 - Antworten

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